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Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Frauenstein

 

Ausschlaggebend zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Frauenstein war, neben vielen vorangegangenen Stadtbränden, der große Stadtbrand vom 03.Oktober 1869, bei welchem fast die gesamte Stadt ein Opfer der Flammen wurde.

Das Feuer brach nach Mitternacht in einem Hinterhaus an der unteren Seite des Marktes aus. Damals waren die Dächer mit Schindeln gedeckt, somit konnten sich die Flammen rasend schnell ausbreiten. Innerhalb weniger Stunden wurden die Kirche mit ihrer Silbermannorgel, das Rathaus, drei Schulhäuser, die Frohnfeste, das Armenhaus und 84 Bürgerhäuser ein Raub der Flammen. Das Feuer schritt durch alle vier Marktseiten, von Dach zu Dach in die Hain-, Freiberger-, Wasser-, und Böhmische Gasse.

 

So kam es dann am 12.August 1873 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Frauenstein, als sich die Bürger der Stadt auf Einladung des Stadtrates zu einer Versammlung zusammenfanden. Als Vertreter der Stadt waren der Ratmann und stellvertretende Bürgermeister Grohmann, Ratmann Walter und der Feuerpolizeikommissar Luis Käselmodel anwesend. Von den anwesenden Einwohnern traten sofort 40 Bürger der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr bei.

 

am 22.September 1873 hatte die Wehr beim Brand des Schützenhauses ihren ersten Einsatz. Die Wachmannschaft erhielt für ihre Löscharbeit 2 Thaler und 20 Neugroschen und außerdem eine öffentliche Anerkennung der damaligen Königlichen Brandversicherungskommision.
 

Im Jahr 1879 wird die Wehr erstmals inspiziert und zwar von keinem geringeren als dem Branddirektor Weigand aus Chemnitz. Branddirektor Weigand gilt als Pionier im sächsischen Feuerwehrwesen und war bis 1916 erster Vorsitzender des Landesausschusses sächsischer Feuerwehren.

 

Auf Anordnung des Landesausschusses wird am 11.Januar 1879 beschlossen, dass in Zukunft auch bei Bränden in Nassau, Hermsdorf, Reichenau, Neubau, Steinbrückmühle, Hartmannsdorf, Kleinbobritzsch, Burkersdorf und Dittersbach Hilfe zu leisten ist.

 

Am 15.Februar 1885 wurde der Lokalverband der Feuerwehren Frauenstein, Nassau und Dittersbach gegründet, der den Grundstein für den Bezirksverband Frauenstein legte. Diesem gehörten später auch die Feuerwehren

Burkersdorf, Pretzschendorf, Hermsdorf, Friedersdorf und Rechenberg-Bienenmühle an und umfasste somit insgesamt 8 Wehren. Dieser eigenständige Bezirksfeuerwehrverband bestand bis zum November 1934. Auf Anordnung des Landesverbandes erfolgte dann die Eingliederung in den Bezirksverband Dippoldiswalde. 
 

er Erste Weltkrieg 1914 bis 1918 ging an der Frauensteiner Wehr nicht spurlos vorbei. Da der größte Teil der Kameraden für "Kaiser und Reich" in den Krieg ziehen musste, war die Einsatzfähigkeit zeitweilig in Frage gestellt. Die Wehr bestand zu diesem Zeitpunkt nur noch aus Zurück-gebliebenen und den Jugendlichen, die in die Wehr aufgenommen wurden. Aus dem Krieg kehrten vier Kameraden nicht mehr zurück.

Mit dem 1933 an die Macht gelangenden Nationalsozialismus wurden auch die Freiwilligen Feuerwehren in die Kriegsvorbereitungen einbezogen. So wurden die Kameraden gegen ihren Willen und entgegen der humanitären Aufgabe der Feuerwehr gezwungen Faschinenmesser zu tragen. Die Feuerwehren erhielten den Status einer Hilfspolizeitruppe und wurden dem "Deutschen Polizei-Korps" eingegliedert.
 

Der Zweite Weltkrieg machte auch vor den Kameraden der Frauensteiner Wehr nicht Halt. Fast alle, die im wehrpflichtigen Alter waren, mussten dem Einberufungsbefehl Folge leisten und wurden dienstverpflichtet. Wiederum blieben nur einige wenige Kameraden zurück. Um den auf einen unvertretbaren Stand zurückgegangenen Mannschaftsbestand auszugleichen und den Aufgaben der Feuerwehr gerecht zu
werden, musste zu Notkriegsdienst-verpflichtungen geschritten werden.
 
Die jüngsten Kameraden, die damals zur Wehr kamen, waren Jugendliche im Alter von 14 Jahren. Zudem wurde eine Frauenlöschgruppe gebildet. So konnten die Lücken einigermaßen geschlossen werden. Nach Ende des Krieges, aus dem einige Kameraden nicht zurückkehrten oder vermisst wurden, musste die Frauensteiner Feuerwehr völlig neu aufgebaut werden.
 

Es galt den dezimierten Mannschaftsbestand aufzufüllen und neue, pflichtbewusste Feuerwehrleute zu gewinnen und auszubilden. Zudem war eine fortlaufende Spezialisierung der Einsatzkräfte notwendig.

 
Die Bereitstellung der Sauerstoffschutzgeräte machte es erforderlich, dass eine Atemschutzgruppe gebildet wurde. 
 
In Ausführung des Brandschutzgesetzes von 1956 wurden im Jahr 1965 die Frauenlöschgruppe und die Brandschutzgruppe gegründet, deren Aufgaben sich hauptsächlich auf den vorbeugenden Brandschutz und Brandschutzkontrollen in Wohnstätten und Betrieben beschränkten.

 

Von 1984 bis 1989 wurde in der Freiwilligen Feuerwehr Frauenstein zur intensiven Aus- und Weiterbildung jährlich ein komplexer Ausbildungstag eingeführt.

 

Zur Ausbildung von Nachwuchskräften für die Wehr bestand von Oktober 1965 bis 1989 an der Oberschule in Frauenstein eine Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer".

 

Zur weiteren Sicherung des Personalbestandes wurde am 12.Februar 1991 die Jugendfeuerwehr Frauenstein gegründet.

 
Namensgebung
 

Am 29.April 1989 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Frauenstein in feierlicher Form der

 Ehrenname

 

"Oskar Göhler"
 
verliehen.

 

Unterbrandmeister Oskar Göhler war über 50 Jahre Mitglied der Frauensteiner Wehr und leistete große Dienste beim Neuaufbau der Feuerwehr in den Nachkriegsjahren.
 
Zudem führte er wichtige Funktionen innerhalb
der Wehr aus und beteiligte sich auch aktiv an gesellschaftlichen Aufgaben der Stadt Frauenstein.

 

Er verstarb 1980 im Alter von 79 Jahren.
 
Anlässlich der Namensverleihung wurde unserer Wehr durch seine Schwester eine Traditionsfahne überreicht.